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Werk

Die Dunkle Seite der Kultur

Neben dem gewaltigen Echo der Manierismus-Bücher übersieht man fast, dass Gustav René Hocke noch mehr Standardwerke geschrieben hat: Seine Europäischen Tagebücher (1963) sind die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung europäischer Tagebücher, von der Renaissance bis zur Gegenwart. Der Blick ins Innere von so bedeutenden Personen wie Christoph Kolumbus, Queen Victoria oder Gottfried Benn ist ein ebenso vielschichtiges wie intimes Abenteuer.

Im Jahr 1975 erschien Malerei der Gegenwart: Der Neomanierismus. Vom Surrealismus zur Meditation. In diesem beinahe ebenso elektrisierenden Buch wie „Die Welt als Labyrinth“ geht Hocke den Künstlern nach, die mehr ihrer subjektiven Vorstellungskraft vertrauen als der bloßen Nachahmung der Natur. Die phantastische und imaginäre Kunst geht von der Innenerfahrung aus, sie ist subjektiv. Idea-Kunst gibt es überall auf der Welt – das beweisen die Einzeldarstellungen, die von Ernst Fuchs bis Fernando Botero, von Fabrizio Clerici bis Elmar Hildebrand und vielen mehr reichen.